Drei Preise, ein Ziel – Solidarische Beiträge für Freizeiten

Viele hundert Euro-Scheine liegen kreuz und quer im Bild.

It’s all about the money. Oder zumindest fühlt es sich für viele Familien so an, wenn sie den Preis einer Jugendfreizeit sehen. Bevor Inhalte, Gemeinschaft oder Abenteuer wahrgenommen werden, fällt der erste Blick fast immer auf die Zahl ganz unten. Genau hier setzen solidarische Freizeitbeiträge an: Sie verändern nicht nur die Finanzierung, sondern auch die Haltung hinter einer Freizeit.

Warum überhaupt solidarische Beiträge?

Jugendfreizeiten sollen allen offenstehen – unabhängig vom Einkommen der Eltern. In der Realität scheitert eine Teilnahme aber oft nicht an fehlender Lust, sondern am Preis. Gerade Familien mit zwei oder drei Kindern, die im Alltag irgendwie über die Runden kommen, fallen häufig durchs Raster: zu viel Einkommen für klassische Zuschüsse, zu wenig Spielraum für Spaß-Kosten außer der Reihe.

Ein solidarisches Preismodell kann die Hemmschwelle gerade für Familien, deren Budget klein ist, deutlich senken. Es signalisiert ganz deutlich: Wir wollen, dass ihr mitfahrt. Das ist eine viel einfachere Brücke ins Thema Finanzierung, als Eltern aktiv auffordern zu müssen, sich wegen finanzieller Probleme zu melden. Der Solidarpreis wirkt wie ein Eisbrecher.

Das 3-Preise-Modell

Einige unserer Kunden nutzen inzwischen ein einfaches, aber pfiffiges Konzept mit drei Beiträgen:

  • Mindestbeitrag (z. B. 500 €): Für alle, bei denen es finanziell eng ist.
  • Normaler Beitrag (z. B. 650 €): Deckt die realen Kosten der Freizeit.
  • Förderbeitrag (z. B. 700 €): Ermöglicht anderen die Teilnahme.

Bei einer zweiwöchigen Freizeit nach Norwegen liegen die tatsächlichen Kosten nach Abzug aller Fördersummen in unserer Beispielrechnung bei etwa 550 –600 € pro Teilnehmenden. Der normale Beitrag sollte bewusst etwas großzügiger kalkuliert und nicht immer 1:1 kommuniziert werden. Das nimmt Druck heraus und schafft Spielraum.

Ein wichtiger Gedanke zum Förderbeitrag: Wer sich 650 € leisten kann, kann oft auch etwas mehr geben. Häufig haben Menschen aber eine emotionale Grenze im Kopf. Das 3-Preise-Modell lädt ein, diese Grenze freiwillig zu verschieben – ohne Zwang, ohne Kontrolle. Außerdem hilft jeder zusätzliche Euro, die Fördertöpfe der eigenen Gemeinde zu schonen.

Funktioniert in der Praxis wirklich?

Ja. Kunden, die bereits ein solch 3-preisiges Modell anbieten, berichten, dass es immer ein paar Familien gibt, die freiwillig den Förderbeitrag zahlen – aus Überzeugung. Umgekehrt  nutzt niemand den Mindestbeitrag „einfach so“ aus. Im Gegenteil: Die meisten Eltern wählen intuitiv den Preis, den sie verantworten können. Mit Familien, für die auch der Mindestbeitrag immer noch zu hoch ist, kommt man über das Modell zumindest ins Gespräch und kann dann schauen, ob für den Einzelfall noch andere Fördertöpfe angezapft werden können. Grundsätzlich wird das System von nahezu allen Seiten als fair und wertschätzend wahrgenommen.

Fazit

Solidarische Beiträge sind mehr als eine Rechenaufgabe. Sie verändern den Blick auf Jugendfreizeiten: weg vom Ausschluss durch Preise, hin zu gemeinsamer Verantwortung. Mindestbeitrag, kostendeckender Beitrag und Förderbeitrag – drei Preise, ein Ziel: dass möglichst alle mitfahren können.

Welche Erfahrung macht ihr mit unterschiedlichen Preismodellen für eure Freizeit? Interessiert uns brennend! Schreibt mir gerne dazu. 

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