Kanu, Zelt & Gemeinschaft: 6 Tipps für eine gelungene Outdoor-Freizeit
Kanufahren auf einsamen Flüssen, gemeinsam am Lagerfeuer kochen oder unter freiem Himmel übernachten – Outdoor-Freizeiten schaffen Erlebnisse, die Jugendlichen oft lange in Erinnerung bleiben. Gleichzeitig werden solche Ausflüge häufig unterschätzt. Wer mit Jugendlichen auf Kanutour, Wanderung oder Survival-Freizeit geht, übernimmt Verantwortung und sollte sich gut vorbereiten. Damit eure Outdoor-Freizeit gelingt, haben wir die wichtigsten Punkte zusammengestellt.
1. Sicherheit ist kein Nebenthema
Schwimmen, Kanufahren, Klettern oder längere Wanderungen gelten rechtlich als gefahrengeneigte Tätigkeiten. Das bedeutet: Als Leitung müsst ihr besondere Sorgfalt walten lassen.
Ein Beispiel: Wenn eure Gruppe regelmäßig baden geht, braucht ihr klare Regeln und eine geregelte Badeaufsicht. Mindestens eine, besser zwei Personen im Team sollten über einen Rettungsschwimmer-Nachweis verfügen. An Küsten oder am Meer gelten oft höhere Anforderungen als an einem Badesee. Wichtig sind außerdem klar kommunizierte Badezeiten. Jugendliche müssen wissen, wann und unter welchen Bedingungen geschwommen werden darf.
2. Outdoor bedeutet: Ihr seid für vieles selbst verantwortlich
Im Gruppenhaus ist vieles vorhanden. Draußen sieht das anders aus. Ihr kocht selbst, übernachtet im Zelt, nutzt möglicherweise offenes Feuer und seid oft weit von Infrastruktur entfernt. Kleinere Verletzungen, Verstauchungen, Brandwunden oder Insektenstiche müsst ihr zunächst selbst versorgen können. Deshalb sollte das gesamte Team über aktuelle Erste-Hilfe-Kenntnisse verfügen und eine passende Notfallausrüstung dabeihaben.
Die gute Nachricht: Auch in der schwedischen Wildnis funktioniert die 112. Bei schweren Notfällen kann sogar ein Rettungshubschrauber eingesetzt werden. Alles andere solltet ihr jedoch eigenständig bewältigen können.
3. Kanutouren brauchen mehr Planung als viele denken
„Wir mieten einfach ein paar Kanus und paddeln los“ – so einfach ist es leider nicht. Schwimmwesten sind Pflicht. Außerdem braucht ihr ausreichend Aufsichtspersonen und mindestens einzelne Teamende mit Rettungsschwimmer-Ausbildung. Idealerweise hat das gesamte Team vorher einen entsprechenden Kurs gemacht, sodass die Verantwortung verteilt werden kann.
Hinzu kommt die Tourenplanung. Viele Lagerplätze sind nur für Gruppen von 10 – 20 Personen ausgelegt. Wer mit 50 Personen unterwegs ist, muss deutlich genauer planen.
Auch die Verpflegung sollte vorher durchdacht werden. Kocht jede Kleingruppe selbst mit Campingkochern? Oder setzt ihr auf einen Hordentopf für die gesamte Gruppe? Beides funktioniert – besonders letzteres sollte man aber unbedingt vorher mal geübt haben.
4. Orientierung ist eine echte Kompetenz
Besonders bei Wanderungen wird häufig überschätzt, wie leicht Orientierung fällt. Was passiert, wenn ein Handy ins Wasser fällt? Gibt es Kartenmaterial? Kann jemand mit Karte und Kompass umgehen? Kennt ihr markante Orientierungspunkte entlang der Route? Gerade in den großen Waldgebieten Skandinaviens kann Orientierung schnell zur Herausforderung werden. Wer Outdoor-Angebote verantwortet, sollte sich darauf vorbereiten.
5. Das Jedermannsrecht ist kein Freifahrtschein
Viele verbinden Outdoor-Freizeiten mit dem schwedischen Jedermannsrecht. Tatsächlich bietet Schweden außergewöhnliche Möglichkeiten für Gruppen.
Ein Missverständnis hält sich allerdings hartnäckig: Das Jedermannsrecht bedeutet nicht, dass man überall machen kann, was man möchte. Die Grundidee lautet vielmehr: Du darfst die Natur nutzen, musst sie aber so verlassen, wie du sie vorgefunden hast. Mit einer Jugendgruppe von 20 Personen ist das anspruchsvoller, als es klingt. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Verhaltensregeln und Empfehlungen der schwedischen Tourismusorganisation Visit Sweden.
6. Nutzt die Erfahrung von Profis
Viele Jugendleitungen organisieren großartige Freizeiten. Outdoor-Programme gehören allerdings zu den Bereichen, die spezielles Wissen erfordern. Deshalb kann es sinnvoll sein, auf erfahrene Partner zurückzugreifen.
- Ein Beispiel ist das Pfadfinderhaus Tygegården in Südschweden. Dort stehen Kanus, Outdoor-Zelte und bewährte Tourenvorschläge zur Verfügung.
- Auch Gussjöstugan in Schweden gehört einem Orientierungsläufer-Club und arbeitet mit Gruppen direkt vor Ort. Die Betreiber nehmen euch im übertragenen und praktischen Sinne an die Hand, wenn ihr mit eurer Gruppe querfeldein gehen wollt.
Unser Fazit: Outdoor-Freizeiten bieten Jugendlichen einzigartige Erfahrungen, fördern Gemeinschaft und stärken Selbstvertrauen und Eigenverantwortung.
Damit das Abenteuer gelingt, braucht es jedoch eine gute Vorbereitung, damit ihr nicht blauäugig in irgendwelche gefährlichen oder schwierigen Situationen geratet. Habt Mut zu Outdoor-Abenteuern – aber plant sie professionell.

