Wie mache ich ein Lagerfeuer für meine Jugendgruppe?

Umgebung vom schwedischen Gruppenhaus Gustavs Sommargard am Meer für Jugendfreizeiten

Der schönste Abendabschluss auf einer Sommerfreizeit ist ganz klar: Das Lagerfeuer! Man sitzt mit netten Menschen in der Runde, hat eine wunderbare Abendstimmung und in der Mitte befindet sich das große Feuer, das jeden in kühlen Nächten warmhält (zumindest von vorne!).

Aber die Frage ist:

Wie baue ich ein Lagerfeuer?

Ihr benötigt vier einfache Sachen:
Eine geeignete Feuerstelle, einen Anzünder, Anbrennstoff und Trockenes Holz.

Natürlich kann man es mit Kaminanzündern und anderen Hilfsmitteln ganz einfach machen. Aber wenn man was Neues erleben möchte, macht es mehr Spaß das Feuer geschickt aufzubauen und zu entzünden.

Lagerfeuerstelle im handicapgerechten niederländischen Gruppenhaus der Jorishoeve für Menschen mit Behinderung.

Damit nichts schiefläuft, hier sind meine Tipps für Eurer perfektes Lagefeuer:

  1. Feuerstelle

– Ideal ist ein Platz mit feuchtem Boden
– In der Gegend dieser Fläche sollte kein leicht brennbares Material liegen
– Bitte beachten: beim starken Wind besser aufs Lagerfeuer verzichten (Funkenflug).
– in Schweden ist es verboten, auf oder an Felsen ein Lagerfeuer zu errichten. Man beugt damit Rissen und anderen Beschädigungen der Felsen vor.

2. Vorbereitung

– Ihr braucht Brennmaterial. Für die Gruppe heißt das: genug Holz sammeln
– Hier müsst Ihr aufpassen, denn nicht jedes Holz brennt gut
– Ihr braucht Anzündmaterial, das sich schnell entzündet und dem Feuer das „Go“ gibt
– Trockenes Holz brennt sehr gut. Und wenn es geregnet hat, nehmt ihr zur Not feuchte Äste, also möglichst kleines Holz.
– Tipp: Dünnere Äste lassen sich sehr schnell entzünden – dickere Äste erhalten das Feuer länger.
– “lebendes  Holz”, also ganz frisch geschlagenes grünes Holz, brennt schlecht und sorgt für viel Rauch. Im Übrigen ist das Verbrennen von frischem Holz umweltschädlich. Besser abgestorbenes Holz sammeln.

3. Brennmaterial

– Stärkeres Holz wird benötigt, damit das Feuer langlebig wird
– Trockenes Holz zusammensuchen (Das Holz sollte Finger- bis Armdick sein)
Birkenrinde eignet sich gut als Zunder

4. Struktur

– Kleine trockene Zweige aussuchen und eine kleine Pyramide aufbauen
– Wichtig, einen kleinen „Eingang“ freihalten, damit es später fürs Anzünden einfacher wird.
– Die Birkenrinde nacheinander in den „Eingang“ unter der Pyramide legen.
– Zuerst nur die dünneren Äste benutzen. Erst wenn das Feuer anfängt zu brennen, die dickeren Äste verwenden.

5. Entzünden

– Euer Ziel ist es, zu Beginn eine gute Flamme und später eine gleichmäßige Glut zu erzeugen
– Wenn die ersten Flammen entzündet sind, heißt es: mit tiefer Lunge langsam und gleichmäßig in die Glut pusten

Achtung: Nicht in die Flamme pusten, sonst geht das Feuer aus

6. Vergrößern

– Wenn Euer Zunder und das Anfeuer-Material brennt, könnt Ihr Eure dicke Ästen herausfordern. Ganz wichtig: nicht zu dicht aneinander! Das Feuer muss atmen.

7. Halten

– Ihr müsst an genug Nachschub denken. Macht Euren Feuer so groß, wie Ihr es braucht.

Achtung: Ein großes Feuer benötigt viel Brennmaterial und ist schwieriger unter Kontrolle zu kriegen.

8. Sicherheit

– Haltet Euren Feuer immer im Blick, das kann sich ganz schnell selbstständig machen
– Kommt nicht zu nah an das Feuer und tragt nicht die falschen Kleidung.
– Keine Kunststoffe, eher Wolle (ist sehr resistent).
– Mehrere Eimer Löschwasser erreichbar zu haben ist eine gute Idee.

9. Das Feuer löschen

– Wichtigste Regel, wenn Ihr ein Feuer macht: Ihr müsst es hinterher immer löschen und keine Spuren hinterlassen
– Ihr benötigt:

  • Wasser
  • Erde
  • Sand
  • Ein nasses Tuch

– Das Wasser erstickt das Feuer nicht nur, sondern macht das Holz auch unbrennbar. Erde und Sand sorgen nachhaltig für Sauerstoffentzug
– Das Feuer ist gelöscht, wenn kein Rauch und keine Glut mehr zu sehen sind.

Feuertechniken und Feuermittel

Streichhölzer

  • Nur an dünnen Ast verwenden, nicht an dicken Ast
  • Benutzt es an Birkenrinde

Feuerstahl

  • Hat einen Griff (ganz wichtig!)
  • Aus Kohlenstoffreichem Stahl gefertigt
  • Eine Klinge ist oft dabei

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